Die Geschichte von Erdöl und Erdgas beginnt vor etwa dreieinhalb Milliarden Jahren mit der Entstehung des Lebens auf der Erde. Zum Vergleich: Das Universum ist etwa 13,5 Milliarden Jahre alt, die Sonne existiert seit rund 4,6 Milliarden Jahren und erst seit gut zwei Millionen Jahren
gibt es Menschen auf unserem Planeten.

ENTSTEHUNG IM MUTTERGESTEIN

Die Wiege der Bodenschätze liegt tief unter der Erde. Das so genannte Muttergestein bildete sich sowohl zu Wasser (marin) als auch zu Land (kontinental). Im Meer sanken Unmengen pflanzlicher und tierischer Lebewesen auf den Grund. An Land häuften sich gewaltige Mengen abgestorbener Vegetation in Sümpfen, Mooren und Regenwaldgebieten an. Bakterienzersetzung, hohe Temperaturen und extremer Druck wandelten die organischen Sedimente schließlich in Muttergestein um.

 

Hat das Muttergestein einen bestimmten Reifegrad erreicht, wandern leichte Stoffe aufwärts. Da Erdöl und Erdgas eine geringere Dichte als Wasser aufweisen, werden sie aus dem Muttergestein gepresst. Bei Erdöl passiert das in Tiefen unterhalb von zwei Kilometern und bei Erdgas mehr als drei Kilometer unter der Erdoberfläche. 

 

Aufgefangen werden die wertvollen Rohstoffe in natürlichen Öl- und Gasdepots. Diese so genannten Speichergesteine entstehen, wenn sich oberhalb der Muttergesteine poröse Sand- oder Kalksteine aufwölben und von undurchlässigen Gesteinsschichten wie Salz oder Ton überlagert werden. 

VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON ERDGAS

 

Für die Existenz einer Erdöl- oder Erdgas-Lagerstätte müssen mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:

— das Muttergestein, das Kohlenwasserstoffe gebildet und freigesetzt hat,

— das Speicher- oder Trägergestein, das in seinen Poren Öl und Gas aufnehmen und

     bei Druckentlastung durch eine Bohrung wieder abgeben kann,

— das Deckgestein, das die Lagerstätte vollständig nach oben abdichtet und

— die Aufwölbung von Speicher- und Deckgesteinen, die eine geologische Falle (Struktur) bildet.