Bei der Suche und Erkundung von Erdgaslagerstätten und ihrer Entwicklung werden vor allem zwei Methoden angewandt: Reflexionsseismische Messungen und Bohrungen.

SCHALLWELLEN ENTDECKEN ERDGAS

Bei einer seismischen Messung schicken Techniker Schallwellen in das untertägige Gebirge, die an den Grenzflächen zwischen den Gesteinsschichten reflektiert werden. Obertägige Geophone registrieren die Signale der Reflexionen. Sie werden von einer Messstation verarbeitet, so dass ein direktes Abbild des Untergrundes entsteht. Die Schallwellen werden entweder von Rüttelplatten erzeugt, die unter LKW (Vibratoren) montiert sind, oder durch kleine Sprengungen in flachen Bohrlöchern ausgelöst. 

 

Heutzutage lassen sich die Ergebnisse seismischer Erkundungen fast immer im dreidimensionalen Raum darstellen. Der geologische Aufbau der Lagerstätte kann dann in einer Modell-Simulation von allen Seiten betrachtet werden. Die so durchgeführten Berechnungen bilden eine ausgezeichnete Grundlage, die nachfolgenden Bohrungen maßgenau zu platzieren.

BOHRTÜRME ALS PIONIERE

Nach der seismischen Darstellung und geologischen Prüfung einer möglichen Erdgaslagerstätte kommen Bohrtürme zum Einsatz. Die Erkundungsbohrung erbringt den direkten Nachweis der Gesteinsabfolge und der Gasfüllung der Lagerstättengesteine. 

 

Abhängig von der Größe der Lagerstätte müssen mehrere Bohrungen durchgeführt werden, bevor die vollständige technische Eignung unter Beweis gestellt werden kann. Dank der Fortschritte in der Tiefbohrtechnik ist man heutzutage in der Lage, eine gasführende Gesteinsschicht über viele hundert Meter horizontal aufzuschließen. Die Such- und Förderbohrungen erreichen Erdgaslagerstätten in der Regel zwischen 2.000 und 4.000 Metern und gelegentlich sogar in bis zu 5.000 Metern Tiefe. 

DIE ERDGASFÖRDERUNG BEGINNT

Erdgasbohrungen werden durch Rohre gesichert, die sich nach unten verjüngen. Die Bohrungen werden daher in Sektionen gebohrt, wobei jede Sektion direkt nach dem Bohren verrohrt wird. Die eingesetzten Rohre sind etwas schmaler als das gebohrte Loch, so dass Rohr und Gebirge stabil und undurchlässig mit Zement verbunden werden können. Der letzte Rohrabschnitt, der die Erdgas-Lagerstätte sichert, muss perforiert werden, damit das Erdgas kontrolliert in die Bohrung strömen kann.